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Glossar: Begriffe aus Einarbeitung, Lernen und Wissens­management

Von Andragogik bis Wissenstransfer: 27 Begriffe, jeder in einem Satz und danach so ausführlich, wie Sie ihn im Alltag brauchen.

A

Andragogik

Die Lehre vom Lernen Erwachsener.

Der Begriff stammt von dem Lehrer Alexander Kapp (1833), bekannt gemacht hat ihn im 20. Jahrhundert Malcolm Knowles. Kern ist die Annahme, dass Erwachsene ihre Erfahrung mitbringen, selbst steuern wollen und wissen wollen, wozu sie etwas lernen. Mehr dazu

B

Berufs­pädagogik

Die Wissenschaft vom Lehren und Lernen im Beruf.

Sie fragt, wie Menschen berufliche Handlungsfähigkeit erwerben, in der Ausbildung, in der Weiterbildung und am Arbeitsplatz. Für Unternehmen ist sie die Grundlage jeder Schulung, die mehr sein will als ein Vortrag. Mehr dazu

Blended Learning

Die Verbindung von Präsenz und digitalem Lernen in einem Ablauf.

Typisch ist: Grundlagen werden digital vorbereitet, das Üben und Klären findet gemeinsam statt, die Anwendung wird digital begleitet. Entscheidend ist, dass jeder Teil das tut, was er am besten kann. Mehr dazu

Buddy

Eine erfahrene Kollegin oder ein Kollege, der neue Mitarbeitende in den ersten Wochen begleitet.

Der Buddy ist keine Führungskraft, sondern Ansprechpartner für die kleinen Fragen, die man dem Chef nicht stellen will. Wirksam wird das Modell, wenn sich beide regelmäßig treffen und der Buddy Zeit dafür bekommt. Mehr dazu

D

Didaktische Reduktion

Stoff so vereinfachen und kürzen, dass er für die Lernenden fassbar wird, ohne falsch zu werden.

Reduziert wird in die Breite (weniger Themen) und in die Tiefe (einfachere Darstellung). Die Grenze ist die fachliche Richtigkeit: Vereinfachen ja, verfälschen nein. Mehr dazu

E

Einarbeitungs­konzept

Die Regeln, nach denen ein Unternehmen grundsätzlich einarbeitet.

Das Konzept gilt für alle, der Plan für eine Person. Im Konzept steht etwa, wer Pate wird, welche Gespräche fest eingeplant sind und was jede neue Person in den ersten Tagen bekommt. Mehr dazu

Einarbeitungs­plan

Der Zeit- und Aufgabenplan für die ersten Wochen einer neuen Mitarbeiterin oder eines neuen Mitarbeiters.

Er legt fest, was in welcher Woche gelernt wird, wer zuständig ist und wann Rückmeldung stattfindet. Ein guter Plan beschreibt Ergebnisse, nicht nur Termine. Mehr dazu

Explizites Wissen

Wissen, das sich aufschreiben und weitergeben lässt.

Ablaufbeschreibungen, Handbücher, Preislisten, Normen. Es ist der kleinere und leichtere Teil des Wissens in einem Unternehmen. Mehr dazu

F

Firmenwiki

Eine interne Sammlung von Seiten, die alle lesen und bearbeiten können.

Ein Wiki ist gut zum Nachschlagen, aber es vermittelt nichts. Wer neu ist, weiß nicht, welche Seite er zuerst lesen soll. Deshalb braucht ein Wiki einen Weg hindurch. Mehr dazu

I

Implizites Wissen

Wissen, das jemand anwendet, aber nur schwer in Worte fassen kann.

Der Begriff geht auf Michael Polanyi zurück: Wir wissen mehr, als wir zu sagen wissen. Gemeint ist das Gespür des erfahrenen Monteurs, der am Geräusch hört, dass etwas nicht stimmt. Herausholen lässt es sich am besten im Gespräch, an echten Fällen. Mehr dazu

K

Kirkpatrick-Modell

Ein Modell mit vier Ebenen, um den Erfolg einer Schulung zu bewerten.

Die vier Ebenen sind Reaktion, Lernen, Verhalten und Ergebnisse. Donald Kirkpatrick hat es Ende der 1950er-Jahre beschrieben. Die meisten Unternehmen messen nur die erste Ebene, die Zufriedenheit. Mehr dazu

L

Learning Management System

Software, über die Lernangebote bereitgestellt, verwaltet und ausgewertet werden, kurz LMS.

Ein LMS verwaltet Kurse, Teilnehmende und Fortschritt. Speichert es personenbezogene Lerndaten, ist seine Einführung in Unternehmen mit Betriebsrat mitbestimmungspflichtig. Mehr dazu

Lernkultur

Wie selbstverständlich in einem Unternehmen gelernt, gefragt und Wissen geteilt wird.

Lernkultur zeigt sich daran, ob jemand Zeit zum Lernen bekommt, ob Fehler besprochen werden und ob die Führungskraft nach einer Schulung fragt, was sich geändert hat. Mehr dazu

Lernpfad

Eine Abfolge von Lerneinheiten, die zu einem Ziel führt.

Ein Lernpfad sagt, was in welcher Reihenfolge sinnvoll ist. Er ist keine Sperre: Wer etwas schon kann, sollte springen dürfen. Mehr dazu

Lerntypen

Die verbreitete Annahme, Menschen lernten je nach Typ besser über Sehen, Hören oder Tun.

Dass Lernende besser lernen, wenn der Unterricht zu ihrem bevorzugten Sinn passt, ist in Studien nicht belegt. Was hilft, ist, den Stoff in der Form zu zeigen, die zum Stoff passt. Mehr dazu

Lernziel

Eine Beschreibung dessen, was jemand nach dem Lernen tut, so formuliert, dass man es beobachten und prüfen kann.

Ein gutes Lernziel nennt ein beobachtbares Verhalten, die Bedingungen und einen Maßstab. Wörter wie „kennt“, „weiß“ oder „versteht“ taugen nicht, weil man sie nicht sehen kann. Besser sind Verben wie „benennt“, „unterscheidet“ oder „führt durch“. Mehr dazu

M

Micro­learning

Lernen in sehr kurzen Einheiten von wenigen Minuten, meist zu genau einer Frage.

Microlearning passt für Wissen, das sich in Häppchen teilen lässt, und für das Auffrischen. Für komplexe Zusammenhänge braucht es zusätzlich längere Einheiten oder Übung. Mehr dazu

O

Onboarding

Der ganze Prozess, mit dem neue Mitarbeitende ins Unternehmen finden, von der Zusage bis zum Ende der Probezeit.

Onboarding umfasst mehr als die fachliche Einarbeitung: auch die Ankunft im Team, die Werte und die Frage, an wen man sich wenden kann. Im Deutschen werden Onboarding und Einarbeitung oft gleich verwendet. Mehr dazu

P

Preboarding

Die Zeit zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag.

Ein kurzer Willkommensgruß, der Plan für den ersten Tag, der Name des Paten: Das hält die Verbindung. Pflichtschulungen gehören nicht in diese Zeit, weil sie Arbeitszeit sind. Mehr dazu

Probezeit

Die ersten Monate eines Arbeitsverhältnisses, in denen mit verkürzter Frist gekündigt werden kann.

Nach § 622 Abs. 3 BGB darf die Probezeit höchstens sechs Monate dauern, die Kündigungsfrist beträgt in dieser Zeit zwei Wochen. Für die Einarbeitung ist sie der natürliche Rahmen. Mehr dazu

S

Schulungs­konzept

Die Planung einer Schulung von der Zielgruppe über die Lernziele bis zur Erfolgskontrolle.

Ein Schulungskonzept beantwortet sechs Fragen: wer, warum, was danach anders sein soll, mit welchem Stoff, in welcher Form und woran man den Erfolg erkennt. Mehr dazu

Spacing

Lernen in zeitlichen Abständen statt alles auf einmal.

Wer denselben Stoff verteilt über Tage oder Wochen wiederholt, behält mehr als bei gleicher Lernzeit an einem Stück. Das gehört zu den am besten belegten Befunden der Lernforschung. Mehr dazu

T

Transfer

Dass Gelerntes tatsächlich in der Arbeit angewendet wird.

Ob Transfer gelingt, hängt stark vom Arbeitsumfeld ab: Bekommt jemand Gelegenheit, das Neue anzuwenden, und fragt die Führungskraft danach? Eine Schulung allein sichert ihn nicht. Mehr dazu

U

Unterweisung

Die gesetzlich vorgeschriebene Einweisung in Gefahren und Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz.

Nach § 12 Arbeitsschutzgesetz muss der Arbeitgeber Beschäftigte bei der Einstellung und bei Veränderungen ausreichend unterweisen, in vielen Bereichen regelmäßig wiederholt. Sie gehört deshalb in jeden Einarbeitungsplan. Mehr dazu

W

Wissens­datenbank

Ein Ort, an dem Wissen eines Unternehmens gesammelt und durchsuchbar abgelegt wird.

Die meisten Wissensdatenbanken scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass niemand Zeit zum Schreiben hat und niemand weiß, wo er anfangen soll zu lesen. Mehr dazu

Wissens­management

Alles, was ein Unternehmen tut, damit Wissen gefunden, geteilt, genutzt und bewahrt wird.

Im Mittelstand heißt Wissensmanagement selten ein großes Projekt. Es beginnt mit der Frage, welches Wissen an welchem Kopf hängt und was passiert, wenn dieser Kopf fehlt. Mehr dazu

Wissens­transfer

Die gezielte Weitergabe von Wissen von einer Person an andere, etwa vor dem Ruhestand.

Ein Wissenstransfer braucht Zeit, meist mehrere Monate, und funktioniert am besten an echten Aufgaben, nicht in einem einzigen Übergabegespräch. Mehr dazu