Ein Unternehmer erzählte, nachdem er zum ersten Mal eine digitale Akademie mit Lerneinheiten gesehen hatte, er habe sich so etwas auch schon gebaut: ein internes Wiki. Die Antwort ist aufschlussreich, denn sie zeigt eine häufige Gleichsetzung: Wissen sichern heißt Wissen ablegen. Ein Wiki ist eine gute Ablage. Ob das Wissen damit bei den richtigen Menschen ankommt, ist eine andere Frage.
Was ein Wiki gut kann
- Nachschlagen: Wer weiß, was er sucht, findet es schnell, wenn die Suche taugt.
- Gemeinsam schreiben: Jeder kann ergänzen, was er weiß.
- Verknüpfen: Seiten verweisen aufeinander, so entsteht ein Netz.
- Schnell starten: Ein Wiki ist in einem Nachmittag eingerichtet.
Wo ein Wiki an Grenzen stößt
Es führt nicht. Wer neu ist, steht vor hundert Seiten und weiß nicht, wo er anfangen soll. Ein Wiki hat keinen Anfang und kein Ende.
Es wächst ungleichmäßig. Wer gern schreibt, schreibt viel. Das Wissen der Stillen und der Vielbeschäftigten fehlt und das ist oft das wichtigste.
Es veraltet leise. Eine Seite von vor drei Jahren sieht genauso aus wie eine von gestern. Niemand merkt, dass der Ablauf längst anders läuft.
Es vermittelt nichts. Lesen ist nicht lernen. Ohne Aufgabe, Beispiel oder Rückfrage bleibt wenig hängen.
Ein Wiki, das funktioniert
Eine klare Gliederung
Ein bewährtes Muster für kleine und mittlere Unternehmen:
- Unser Unternehmen: Wer wir sind, wer wofür zuständig ist, wie wir arbeiten
- Abläufe: je Vorgang eine Seite, von Auftrag bis Reklamation
- Werkzeuge: je System eine Seite mit den häufigsten Handgriffen
- Kunden und Partner: was man über die wichtigsten wissen muss
- Regeln: Arbeitsschutz, Datenschutz, Freigaben
- Neu hier: die Seite, auf der jede Einarbeitung beginnt
Feste Regeln
- Jede Seite beantwortet eine Frage und die steht im Titel.
- Jede Seite hat eine verantwortliche Person und ein Datum der letzten Prüfung.
- Wer einen Fehler findet, meldet ihn mit einem Klick.
Eine verantwortliche Person
Nicht für alle Inhalte, aber für das Ganze. Sie sorgt dafür, dass Lücken gefüllt, Doppelungen zusammengelegt und veraltete Seiten geprüft werden. Ohne diese Rolle verwildert jedes Wiki.
Einen Weg für Neue
Die Seite „Neu hier“ ist der Anfang eines Lernpfads: Sie führt in sinnvoller Reihenfolge durch die wichtigsten Seiten, mit kleinen Aufgaben dazwischen. So wird aus der Ablage ein Ort, an dem auch gelernt wird.
Wiki oder mehr?
Für viele Unternehmen ist ein Wiki ein guter Anfang. Wer merkt, dass es vor allem gelesen und kaum genutzt wird, braucht den nächsten Schritt: Inhalte, die vermitteln statt nur ablegen, also kurze Einheiten mit Beispiel und Aufgabe, eine Suche, die auch Wortteile findet, und einen Weg, Lücken zu melden. Mehr dazu im Artikel Wissensdatenbank aufbauen.
Häufige Fragen
Was ist ein Firmenwiki?
Eine interne Sammlung von Seiten, die von vielen gelesen und bearbeitet werden kann, ähnlich wie Wikipedia, aber nur für das eigene Unternehmen.
Wer pflegt ein Firmenwiki?
Grundsätzlich alle, verantwortlich aber eine bestimmte Person. Ohne diese Person wächst ein Wiki in die Breite und veraltet in der Tiefe.



