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Wie Erwachsene lernen

Berufs­pädagogik im Unternehmen: was ein Berufs­pädagoge leistet

Von Thomas Kohns, Berufspädagoge · 16.09.2026 · 2 Minuten Lesezeit

Trainerin erklärt im Besprechungsraum am Whiteboard

In den meisten Unternehmen gibt es Fachleute für alles: für die Technik, den Vertrieb, die Buchhaltung. Wofür es selten jemanden gibt, ist die Frage, wie dieses Fachwissen zu anderen kommt. Das ist die Frage der Berufspädagogik.

Was Berufs­pädagogik ist

Die Berufspädagogik ist die Wissenschaft vom Lehren und Lernen im Beruf. Sie fragt, wie Menschen die Fähigkeit erwerben, ihre Arbeit gut zu machen, in der Ausbildung, in der Weiterbildung und am Arbeitsplatz. In Deutschland hat sie eine lange Tradition, eng verbunden mit dem dualen System der Berufsausbildung.

Für Unternehmen ist sie deshalb interessant, weil sie das Handwerk liefert, das zwischen Fachwissen und Lernen liegt.

Fachperson und Berufspädagoge
Das Was und das Wie

Was ein Berufs­pädagoge im Unternehmen leistet

Bedarf klären

Welches Wissen fehlt wem und wofür? Statt Schulungen nach Katalog auszusuchen, beginnt die Arbeit mit der Frage, was nach der Schulung anders sein soll. Dazu gehört, mit der Zielgruppe zu sprechen.

Fachwissen aufbereiten

Fachleute wissen alles und halten alles für wichtig. Der Berufspädagoge hilft auszuwählen, zu ordnen und zu vereinfachen, ohne dass es falsch wird. Das ist die didaktische Reduktion.

Lernziele formulieren

Was tun die Lernenden danach, was sie vorher nicht getan haben? Prüfbare Lernziele sind die Grundlage für alles Weitere.

Formen und Wege wählen

Präsenz oder digital, kurz oder lang, Video oder Übung, allein oder in der Gruppe: Die Form folgt aus Zielgruppe und Lernziel, nicht aus Gewohnheit.

Erfahrungs­wissen herausholen

Das wertvollste Wissen steckt oft im Kopf der Erfahrenen und ist schwer in Worte zu fassen. Mit der richtigen Gesprächsführung lässt es sich herausholen. Mehr dazu unter Implizites Wissen.

Prüfen, ob es wirkt

Nicht nur, ob es gefallen hat, sondern ob es angewendet wird. Mehr dazu unter Lernerfolg messen.

Braucht ein Unternehmen dafür eine eigene Stelle?

Große Unternehmen haben Ausbildungsabteilungen und Akademien mit eigenem Personal. Kleine und mittlere Unternehmen haben das meist nicht und das ist auch nicht nötig. Wer ausbildet, hat mit der Ausbildereignung nach AEVO eine Grundlage. Für den Aufbau einer Einarbeitung, einer Schulungsreihe oder einer eigenen Akademie lohnt es sich, das Handwerk für eine Zeit ins Haus zu holen und danach selbst weiterzuführen.

Ein persönlicher Satz

Ich bin selbst Berufspädagoge. Was ich in über zwanzig Jahren Erwachsenenbildung gelernt habe, lässt sich in einen Satz fassen: Gutes Fachwissen ist die Voraussetzung, aber erst das Wie entscheidet, ob es bei den anderen ankommt. Dieses Portal ist der Versuch, dieses Wie zugänglich zu machen.

Häufige Fragen

Was macht ein Berufspädagoge?

Er plant, gestaltet und begleitet das Lernen im Beruf: Ausbildung, Weiterbildung, Einarbeitung. Er bereitet Fachwissen didaktisch auf, formuliert Lernziele, wählt Methoden und prüft, ob gelernt wurde.

Was ist der Unterschied zwischen Berufspädagogik und Erwachsenenbildung?

Die Erwachsenenbildung umfasst das Lernen Erwachsener insgesamt, auch privat und gesellschaftlich. Die Berufspädagogik konzentriert sich auf das Lernen für und im Beruf, einschließlich der Berufsausbildung junger Menschen.

Was ist ein geprüfter Berufspädagoge?

Eine Fortbildung, die vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt wird. Daneben gibt es Studiengänge der Berufspädagogik an Hochschulen. Die Ausbildereignung nach AEVO ist die Grundstufe für Ausbilderinnen und Ausbilder.

Quellen