Die allgemeine Onboarding-Checkliste regelt, was für alle gilt. Was danach kommt, unterscheidet sich je nach Rolle stark. Wer in der Werkstatt anfängt, braucht in der ersten Stunde etwas anderes als jemand im Büro oder im Außendienst. Die drei folgenden Listen zeigen die Schwerpunkte. Sie sind als Ausgangspunkt gedacht, den Sie an Ihr Unternehmen anpassen.
Werkstatt und Produktion
Hier kommt Sicherheit zuerst. Nach § 12 Arbeitsschutzgesetz und § 4 der DGUV Vorschrift 1 muss vor Aufnahme der Tätigkeit unterwiesen werden, und zwar arbeitsplatzbezogen.
- Unterweisung zu Gefahren und Schutzmaßnahmen am konkreten Arbeitsplatz, dokumentiert
- Schutzausrüstung ausgegeben und angepasst
- Maschinen und Werkzeuge: nur nach Einweisung, zuerst unter Aufsicht
- Fluchtwege, Erste Hilfe, Ansprechpartner bei Unfällen
- Die wichtigsten Handgriffe gezeigt, dann selbst gemacht, dann selbstständig
- Qualitätsregeln: Woran erkenne ich, dass ein Teil gut ist?
- Wer gibt Aufträge frei, wen frage ich bei Abweichungen?
Bewährt hat sich die Folge zeigen, nachmachen, allein machen, prüfen lassen. Gerade in der Werkstatt steckt viel Wissen im Gespür der Erfahrenen. Wie man es herausholt, beschreibt der Artikel Implizites Wissen.
Büro und Verwaltung
Im Büro geht es zuerst um Systeme und Abläufe.
- Zugänge zu allen Programmen, mit Einführung in die wichtigsten
- Ablage: Wo liegt was, wie werden Dateien benannt?
- Die drei häufigsten Vorgänge Schritt für Schritt, etwa Auftrag, Rechnung, Reklamation
- Freigaben: Wer darf was unterschreiben?
- Datenschutz und IT-Sicherheit im Alltag
- Vertretungen: Wen übernehme ich, wer übernimmt mich?
- Ansprechpartner in anderen Abteilungen
Außendienst und Vertrieb
Im Außendienst ist die neue Person schnell allein beim Kunden. Deshalb gehört die Vorbereitung darauf nach vorn.
- Produkte und Leistungen: Was verkaufen wir, was nicht?
- Preise und Rabattregeln, Grenzen der eigenen Freigabe
- Die wichtigsten Kunden mit Geschichte, übergeben von der bisherigen Betreuung
- Mitfahrten bei erfahrenen Kolleginnen und Kollegen
- Das Kundensystem: Was wird nach jedem Termin eingetragen?
- Ablauf vom Angebot bis zur Rechnung, damit nichts versprochen wird, was intern nicht klappt
- Fahrzeug, Spesen, Arbeitszeit unterwegs
Was alle drei gemeinsam haben
- Feste Gespräche nach der ersten Woche und nach 30, 60 und 90 Tagen
- Einen Paten, der nicht die Führungskraft ist
- Inhalte, die sich wiederholen, einmal festgehalten
Den Grundplan für jede Rolle legen Sie mit der Vorlage im Artikel Einarbeitungsplan erstellen an.
Häufige Fragen
Braucht jede Stelle eine eigene Einarbeitung?
Einen gemeinsamen Teil für alle und einen Teil je Rolle. Der gemeinsame Teil umfasst Arbeitsschutz, IT, Ansprechpartner und das Unternehmen selbst. Der Teil je Rolle umfasst die Fachinhalte.
Was ist bei der Einarbeitung in gewerblichen Berufen besonders wichtig?
Die Unterweisung zu Gefahren und Schutzmaßnahmen, bevor jemand an Maschinen oder Werkzeuge geht, und das Zeigen am echten Arbeitsplatz. Sicherheit kommt vor Tempo.
Quellen
- § 12 Arbeitsschutzgesetz, Unterweisung, gesetze-im-internet.de
- DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“, § 4 Unterweisung der Versicherten



