Viele Unternehmen stehen an derselben Stelle: Das Wissen ist da, irgendwo gibt es Videos, Handbücher und Präsentationen, und eigentlich sollte daraus eine Online-Schulung werden. Die Frage ist, wer sie baut.
Dieser Artikel ist eine Entscheidungshilfe. Er nennt keine Anbieter, denn welcher passt, hängt von Ihrer Lage ab.
Was ein guter Online-Kurs braucht
Bevor es um selbst oder fremd geht, lohnt ein Blick auf die Arbeit. Ein Kurs, der angenommen wird, braucht:
- Fachwissen, das richtig und aktuell ist
- Didaktisches Handwerk: Befragung der Zielgruppe, Lernziele, Reduktion, Aufbau
- Produktion: Aufnahme, Schnitt, Abschrift, Grafiken
- Eine Plattform, auf der die Inhalte gut zu finden sind, am besten auch auf dem Telefon
- Pflege: Was sich ändert, muss nachgezogen werden
Das Fachwissen haben Sie. Die Frage ist, wer den Rest übernimmt.
Selbst bauen
Lohnt sich, wenn jemand im Unternehmen Zeit dafür bekommt, gern mit Medien arbeitet und sich das didaktische Handwerk aneignet. Und wenn regelmäßig neue Inhalte entstehen, sodass sich das Lernen lohnt.
Typische Stolpersteine:
- Die Aufgabe landet bei jemandem, der sie neben seiner eigentlichen Arbeit erledigen soll. Nach drei Monaten liegt das Projekt.
- Das Werkzeug ist schnell gekauft, der Aufbau bleibt halb fertig. Ein Lernsystem mit Platzhaltertexten aus der Vorlage ist ein häufiger Anblick.
- Die Nachbearbeitung wird unterschätzt. Aus einem Webinar von achtzig Minuten einen Kurs zu machen, der zu Ende geschaut wird, ist deutlich mehr Arbeit als die Aufnahme selbst.
Bauen lassen
Lohnt sich, wenn das Fachwissen da ist, aber die Zeit fehlt, und wenn das Ergebnis zügig und in guter Qualität stehen soll.
Worauf Sie achten sollten:
- Lassen Sie sich das Ergebnis und die Zeit bis dahin zusagen, nicht die Stunden.
- Fragen Sie, wie die Zielgruppe einbezogen wird. Wer ohne Befragung baut, baut nach Vermutung.
- Klären Sie, wo der Kurs am Ende liegt und wem er gehört. Ein Kurs, den Sie nicht selbst ändern oder mitnehmen können, macht abhängig.
- Klären Sie die Pflege. Wer zieht Änderungen nach, und was kostet das?
Der Mittelweg
Oft ist die beste Lösung eine Arbeitsteilung: Das Unternehmen liefert das Fachwissen und das Rohmaterial, etwa ein vorgeführtes Bildschirmvideo oder ein aufgezeichnetes Gespräch. Jemand mit didaktischem Handwerk macht daraus den Kurs. Danach pflegt das Unternehmen kleine Änderungen selbst.
So bleibt das Wissen im Haus, und die aufwendigen Schritte übernimmt jemand, der sie jeden Tag macht.
Und KI?
KI kann heute Abschriften erstellen, Rohfassungen für Texte schreiben und aus einem langen Video Abschnitte vorschlagen. Das spart Zeit. Was sie nicht ersetzt, ist die Entscheidung, was in den Kurs gehört, was weggelassen wird und wie die Aufgaben aussehen, die zum Alltag Ihrer Zielgruppe passen. Die Nachbearbeitung bleibt die eigentliche Arbeit.
Den Weg vom Fachwissen zum Kurs beschreibt der Grundartikel Schulungskonzept erstellen.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Online-Schulung erstellen zu lassen?
Das hängt vor allem davon ab, wie viel Material schon da ist und wie lang der Kurs wird. Lassen Sie sich nicht den Aufwand in Stunden erzählen, sondern das Ergebnis und die Zeit bis dahin zusagen.
Welche Software braucht man, um eine Online-Schulung selbst zu erstellen?
Für den Anfang reichen ein Telefon für Videos, ein Programm für Bildschirmaufnahmen und eine Plattform, auf der die Inhalte liegen. Teure Autorenwerkzeuge lohnen sich erst, wenn regelmäßig produziert wird.



